hab mir gedacht,dass es ja ganz nett und eventuell ganz hilfreich wäre, mal so ein paar Infos über Estland, den Soomaa Nationalpark und die Tipu Looduskool rauszugeben.
Also vielleicht fang ich mal mit dem kleinen, aber feinen Estland an.
Für alle visuellen Lerner oder Erdkundeschwänzer - Here it is:

Damit ihr auch immer wisst, wo ich eigentlich gerade bin, wenn ich euch von meinen Reiseabenteuern erzähle (naja, soviele gabs leider noch nicht)
Estland, auf estnisch Eesti, gehört wie Lettland und Litauen zu dem Baltikum, wobei die estnische Sprache nicht mit dem lettischen oder litauerischen verwand ist. Estnisch gehört wie das finnische und ungarische zur finnugrischen Sprachfamilie (wie der Name schon sagt).
Genausowenig hat Estland Bezug zu Skandinavien. Das macht es so interessant. Geprägt wurde es natürlich (sehr stark) durch Russland.
Estland gehörte im 18. jahrhundert zum russischen Zarenreich. Im 16. Jahrhundert eroberten die Schweden das Land und die Deutschen haben hier auch ihre Spuren hinterlassen (13. Jahrhundert, Deutscher Orden). Deshalb ist es auch kaum erstaunlich, dass es vor allem kulturell viele Verbindungen nach Deutschland gibt.
Wenn ich schon meine Geschichtsstunde habe, dann wenigstens richtig:
Nachdem das Zarenreich zusammenbrach, wurde Estland zum ersten Mal unabhängig.
Die Republik Estland wurde am 24.Februar 1918 gegründet.
Doch schon 1939 war es damit vorbei, der Hitler-Stalin-Pakt von 1939 führte zur Sowjetischen Okkuputation des gesamten Baltikums. Nachdem die Deutschbalten von Hitler zurückgerufen wurden, begann in der Nacht von dem 13. auf den 14. Juni 1941 die Massendeportation. 65 000 Menschen wurden in Viehwaggons nach Sibirien deportiert, für die meisten Balten, vorwiegend Frauen und Kinder, bedeutete das der Hunger-oder Kältetod.
Dann ging alles ganz schnell. Die Nazis kamen ins Baltikum, doch nicht wie gedacht als Befreier, sondern als Unterdrücker und Eroberer. Die jüdischen Bevölkerung wurde auch hier mit NS-Vernichtungsmethoden und -aktionen verfogt und schließlich ermordet.
Die Rote Armee eroberte sich 1944 das heutige Batikum zurück, daraufhin blieb den meisten nur die Flucht. In den Augen der Sowjets waren die Balten nun Verbündete des faschistischen Deutschlands und Feinde des kommunistischen Regimes.
Doch einige leisteten auch erbittert Wiederstand: Die sogenannten "Waldbrüder". Unzählige verteckten sich in den dichten Wäldern und orgnisierten sich zu riesigen Partisanentruppen gegen die Sowjetische Armee. Anfang der 50er Jahre wurden diese jedoch zerschlage und in dieser Form aufgelöst.
Während dessen erreichte die Massendeportation 1949 ihren Höhepunkt: 200 000 Menschen wurden nach Sibirien in die sogenannten "Arbeitslager" verschleppt.
Die Massendeportation wurde eingestellt, die Okkupation hielt jedoch weiter an.
Eine Zukunftsperspektive und die große Hoffnung brachte erst der Regierungswechsel unter Gorbatschow "Glasnost und Perestroika".
So geriet die Revolution gegen die Sowjetische Herrschaft ins Rollen, nicht nur wie gewöhnlich auf die brutale und gewaltsame Tour, nein, die Balten, besonders die Esten haben sich ihre Freiheit "ersungen".
Die Sängerfeste, welche heute noch das höchste kulturelle Zusammentreffen darstellen, sind sehr tief in der estnischen Geschichte verwurzelt. Die jahrzehntelang überlieferten (Folklore)- Lieder dienten früher in den Familien - und Freundeskreisen vorwiegend der Unerhaltung, besonders in den langen Winterperioden. Trotz der Unterdrückung, die knapp 50 Jahre andauerte, waren sie ein Zeichen des Zugehörigkeits -und Gemeinschaftsgefühls der Balten. Schließlich in der Zeit des Umbruches, in den 80/90er Jahren, dienten sie dem aufschwellenden Nationalgefühls und Freiheitsdranges, der durch alle baltische Staaten ging.
Heute sind die Sängerfeste Teil des (oralen) UNESCO Weltkulturerbes.
Dann gab es noch die baltische Menschenkette, auch "der baltische Weg" genannt. Für die Balten war es der Weg in die Freiheit. Über 2 Mio. Balten fassten sich am 23. August 1989 - am Gedenktag des Hitler-Stalin-Packtes, welcher in die Okkupation führte -an den Händen. Die Menschenkette ging über 600km, beginnend von Vilnius (Litauen) über Riga (Lettland) bis Tallinn (Estland).
Am 20. August 1991 erhielt Estland wieder die langersehnte nationale Souveränität. Jedoch wird hier der 1. Unabhängigkeitstag am 24. Februar höher angesehen und gefeiert.
Am 1. Mai 2004 wurde Estland Mitglied der EU.
Soviel erstmal zur Geschichte...
Alina



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